BETAVorschau – noch nicht freigegeben. Ergebnisse vor Verwendung auf Richtigkeit prüfen (ohne Gewähr).
Bauliche Mindesthöhe der Rauchfangmündung über dem Dach. Zwei Regeln gelten je nach Lage:
Mündung mind. 40 cm über First/Attika – oder mind. 1 m rechtwinkelig zur Dachfläche.
Die dafür nötige senkrechte Mündungshöhe X hängt von der Dachneigung ab.
Mindesthöhe über Dach Dachneigung → X
Werte anpassen – Skizze und Ergebnis rechnen live.
°
cm
cm
Mündungshöhe X (senkrecht, Flächenregel)
–cm
bzw. über First
–cm
mind. 40 cm über First/Attika (First-Regel).
Maßgeblich ist – je nach Lage des Rauchfangs – die First- oder die Flächenregel. Beide Bedingungen
sind einzuhalten: nahe am First zählt meist die 40-cm-Regel, weiter unten auf der Fläche die 1-m-Regel
(rechtwinkelig gemessen → X = Abstand ⁄ cos(Dachneigung)).
Abstand zu öffenbaren Fenstern 10-m-Umkreis
Im Umkreis von 10 m um die Mündung sind Mindesthöhen über öffenbaren Fenstern,
Türen und Lüftungsöffnungen einzuhalten.
Eigenes Gebäude
≥ 1 m
Mündung mind. 1 m über der Oberkante öffenbarer Fenster/Öffnungen im 10-m-Umkreis am selben Gebäude.
Nachbargebäude
≥ 3 m
Gegenüber Fenstern/Öffnungen an benachbarten Gebäuden im 10-m-Umkreis mind. 3 m.
Außerhalb des 10-m-Umkreises ergibt sich aus dieser Regel keine zusätzliche Höhe. Es bleibt aber
immer die größere der zutreffenden Anforderungen (First-/Flächen-/Fensterregel) maßgeblich.
Warum die Mündungshöhe zählt – Windströmung Beispiel-Skizzen
Wind quer zum Dach (90°). Je nachdem, ob die Mündung im Wirbel-/Staubereich oder frei in der
beschleunigten Strömung über dem First liegt, entsteht am Rauchfangkopf Rückstau oder Sog.
zu niedrig
Wind von der flachen Seite (5°). Kamin steht 0,50 m über der Dachfläche, die Mündung bleibt aber
unter dem First. Dahinter bildet sich ein Wirbel-/Totwassergebiet – die Abgase werden gestaut
und teils zurückgedrückt. Zug bricht ein.zu niedrig
Wind von der steilen Seite. Die Mündung liegt in der Scherschicht direkt an der Firstkante –
dort kann Fallwind in den Rauchfang drücken und den Förderdruck zeitweise umkehren.richtig
Gleiche Lage, Kamin aber 1,27 m über der Fläche – die Mündung sitzt 0,47 m über dem First, frei in der
beschleunigten Firstüberströmung. Der Wind erzeugt Sog statt Stau.richtig
Wind von der flachen Seite, Mündung über dem First (hier ~0,47 m, 40-cm-Regel erfüllt). Auch bei
dieser Windrichtung liegt der Kopf in der freien Strömung – stabiler Sog.
🌬 Kurzfassung
Über dem First wird die Luft beschleunigt; dort erzeugt Wind am Rauchfangkopf Sog (Unterdruck), der den Zug unterstützt.
Eine zu niedrige Mündung (unter oder knapp am First) landet im Wirbel-, Stau- oder Fallwindbereich – Rückstau, Zugeinbruch, zeitweise Umkehr.
Entscheidend ist nicht die Höhe des Kamins über der Dachfläche, sondern die Lage der Mündung relativ zum First bzw. zur freien Strömung.
Die Mündung muss für jede Windrichtung frei liegen – deshalb gilt die Höhe ringsum, nicht nur zur Wetterseite.
Genau dafür die baulichen Mindesthöhen (40 cm über First / 1 m rechtwinkelig). Ob der Zug im Betrieb reicht, zeigt erst die Berechnung nach EN 13384.
⚠ Wichtig: wirksame Höhe erst nach EN 13384
Die oben ermittelten Werte sind bauliche Mindesthöhen über Dach – sie sagen nichts darüber aus, ob der
Rauchfang für die angeschlossene Feuerstätte ausreichend zieht. Die notwendige wirksame
Rauchfanghöhe (Förderdruck, Vermeidung von Kondensat/Rückstau, Querschnitt) ergibt sich erst aus der
feuerungstechnischen Berechnung / Strömungsberechnung nach EN 13384-1 bzw. EN 13384-2. Dieses Werkzeug
ersetzt diese Berechnung nicht.
Grundlagen
Regeln nach Oö. Rauchfangkehrer-Praxis / ÖNORM-Bezug: 40 cm über First/Attika bzw. 1 m rechtwinkelig zur
Dachfläche; 10-m-Umkreis-Regel zu öffenbaren Fenstern (eigenes Gebäude ≥ 1 m, Nachbargebäude ≥ 3 m);
wirksame Höhe nach EN 13384-1/-2. Die Skizze ist schematisch. Stand: 11/2026.